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 eBay fordert Bildrechte ein - Eine Chance für Verkäufer 

eCommerce-Blog

eBay fordert Bildrechte ein - Eine Chance für Verkäufer

Kategorie: eBay

Bereits im Frühjar 2017 hatte ebay angekündigt Änderungen einzuführen, bei denen die individuellen Artikelbeschreibungen schrittweise in Richtung einheitlicher Katalogbeschreibungen transformiert werden. Nun, da es dem Herbst entgegengeht, nimmt diese Ankündigung etwas konkretere Formen an.

Dazu gehört unter anderem, das die Anbieter ebay Nutzungsrechte der Produktbilder einräumen sollen. Diese Praxis ist bei Amazon bereits seit Jahren üblicher Standard, trifft aber nun ganz plötzlich bei vielen eBay-Händlern auf Unverständnis, obwohl diese oftmals auf beiden Plattformen Ihre Produkte vertreiben und somit längst partizipieren.

Regelmässig sind Fragen von Amazon-Verkäufern zu finden, die die 100ste Kopie einer Kopie eines Produktes unter einer eigenen EAN als Private-Label Produkt bei Amazon anbieten und dazu ein eigenes Amazon-Listing mit EAN, ASIN und Produktbildern erstellen möchten, um damit den Grundstein für eine erfolgreiche, neue Marke legen, die schon bald in allen renommierten Geschäften wiederzufinden ist.

Jeder hat natürlich ein einzigartiges Produkt und möchte es dementsprechend exklusiv darstellen. Als Ritterschlag dazu gilt das eigene Amazon Listing. Die EAN gehört dem Anbieter des Produktes und das Produkt wurde unter einem eigenen Markennamen aus Fernost importiert, nachdem man zuvor sorgsam über AliExpress das erstbeste Produkt gesourct hat. Was jetzt noch fehlt ist ein eigener Eintrag in Amazon-Katalog. Um diesen anzulegen (inkl. Bulletpoints und Produktbildern mit 600x600px.) benötigt Amazon die Nutzungsrechte an den Bildern. Entweder das, oder man hängt sich an das Produkt eines Mitbewerbers.

Es wird also seitens der Anbieter Wert darauf gelegt, alle Daten selbst in den Katalog einpflegen zu dürfen. Paradoxerweise wird nun, da eBay selbiges offeriert, sich über die gegebene Möglichkeit echauffiert.

Was genau ist denn nun bei eBay geplant. Die Verkäufer sollen beim Aufbau des Produktkataloges mithelfen und ebenfalls die Nutzungsrechte für die Produktbilder an eBay geben. Ebay braucht dieses Nutzungsrecht, um die Bilder in einem Produktkatalog anzulegen. Damit können dann Produkte eindeutig identifiziert werden und man muss nicht mehr zwischen Tomaten oder Paradeisern unterscheiden. Egal ob Schrippe, Semmel oder Wecke - Jeder findet das gleiche Produkt.

So gesehen ist das auch eine hervorragende Chance mit gut gepflegten Produktdaten und hochwertigen Bildern ein erfolgreiches Brandbuilding zu betreiben. Nicht aber im Land der Jammerlappen.

Die Reaktionen reichen vom empörten "Ich verkaufe dort nicht mehr" über ein weinerliches "Wen soll ich dann wegen meiner Bilder abmahnen?" bis hin zum säuselnden "Also das geht doch nicht, das können die doch nicht machen" und nicht zu vergessen das dümmlich-trotzige "Dann nehm ich eben die Bilder meiner Mitbewerber und brauch selber keine machen".

Ja, im Land der Einfalt ist der Horizont meist schon am Gartenzaun erreicht.

Leider ist vielen dieser Hobbyhändler nicht bewusst, welche Kosten aktives Marketing mit sich bringt. Amazon PPC sind meist die einzigen bekannten Werbemaßnahmen, die aktiv ergriffen werden. Anstatt die Chance zu nutzen, sich auf einem weiteren Marktplatz mit hochwertigen Produktinformationen zu etablieren, setzt man sich lieber kollektiv in die Schmollecke und zieht eine Schnute.

Würde man ernsthaft an der Weiterentwicklung einer eigenen Marke oder am Aufbau einer beruflichen Existenz im Onlinehandel Interesse zeigen, sollten neben dem eigenen Webshop längst schon eigene Websites für die Produkte, Marken oder auch das eigene Unternehmen gelauncht worden sein, AdWords geschaltet und B2B Aktivitäten forciert.

Zu einem hochwertigen Produkt gehört immer auch hochweriger Content und eine hochwertige Verkaufsumgebung, in den meisten Fällen also kein prunkvoller Firmensitz sondern eine Website mit 2017 Design und nicht aus dem 90er Jahre Webseiten-Baukasten. Wer würde schon gern edlen Schmuck am Bahnhof aus dem Koffer kaufen, da hat jeder Billigladen im Shoppingcenter mehr credibility. Bei einigen Anbietern möchte man in Bezug auf die Gestaltung Ihrer Produkbeschreibungen gern mit fesch, adrett oder kess antworten, um ihnen nicht allzu verletzend gegenüber zu treten.

Aber die German Kurzsicht lässt die Erkenntnis nicht zu, dass man sich hin und wieder verändern muss bzw. sich den Veränderungen anpassen. Noch immer hab ich das leidige Geheule in den Ohren, jetzt wo plötzlich responsive (mobiltaugliche) Produktbeschreibungen erforderlich sind. Wer hätte schon ahnen können, dass sich mobile shopping durchsetzen könnte und man nun Smartphone-optimierte Inhalte braucht?

Und so verwundert es nicht, dass lieber in schier endlosen Diskussionen über die unwichtigsten Eventualitäten philosophiert wird, anstatt sich einmal aus unternehmerischer Sicht mit den sich bietenden Chancen auseianderzusetzen und mit dem visionären Weitblick a la Jobs, Musk, Brin oder Zuckerberg inspiriert auf die bevorstehenden Entwicklungen zu fokussieren.

In der Evolution des Handels stehen zu bleiben erfordert weitaus weniger als bestehen zu bleiben.