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 Kehraus bei eBay - Mit Spatzen auf Kanonen schießen 

eCommerce-Blog

Kehraus bei eBay - Mit Spatzen auf Kanonen schießen

Kategorie: eBay

eBay ist bekannt dafür, bei Änderungen gern mal grob durchzuwischen anstatt durchdacht zu agieren und so die Kollateralschäden für unbeteiligte zu vermeiden.

Aktuell ist ein findiger Angestellter darauf gekommen, dass Mitglieder die Plattform lediglich zur Vertragsanbahnung nutzen, aber den Verkauf als solches außerhalb abwickeln und damit zwar die Dienstleistung von eBay (die Vermittlung eines Interessenten) in Anspruch genommen hat, aber dies ohne die Kosten in Form der Verkaufsprovision zu tragen.

Beim Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf und da eBay hier nach deren eigenene Berechnungen ein finanzieller schaden in Milliardenhöhe entsteht, hat man sich kurzerhand entschlossen, alles was nach fremdgehen aussieht konsequent zu ahnden.

Hat ein Kunde eine Frage zu einem Produkt und bittet um Rückruf und gibt dazu seine Telefonnummer an, kann bereits die Antwort auf diese E-Mail eine Verwarnung von eBay wert sein. Der Filter erkennt eine Mail zwischen Käufer und Verkäufer und eine Telefonnummer. Die Mail selbst wird nicht von einem Mitarbeiter gelesen, der Filter schickt dem Verkäufer automatisch eine Verwarnung, im Wiederholungsfall gern auch die Kontosperre.

Das man bei eBay nur von zwölf bis mittag gedacht hat, zeigt sich daran, dass nicht beantwortete Kundenenafragen das Ranking in der Cassini nachteilig beeinflussen. Antwortet man aber auf solch eine Kundenanfrage, droht zumindest die Verwarnung und Verstösse gegen die eBay-Richtlinien sind m.E. ebenfalls nicht förderlich für das Ranking.

Ähnlich beliebt sind auch die Angabe von Telefonnummer innerhalb der Artikelbeschreibung, wie es gern bei Autoteilen oder Fahrzeugverkäufen gemacht wird. Wobei Autoteile tatsächlich zum Großteil aus den typischen "Schlachtfest"-Auktionen bestehen, bei denen ein Radbolzen angeboten wird und unter Angabe der Telefonnummer der Rest des Fahrzeuges für Selbstabholer und Interessenten zur Verfügung steht.

Dabei handelt es sich wohl auch um die eigentliche Zielgruppe der Putzmaßnahme, ein paar private Bauern, denen bereits das Einstellen des Schlachtfestes, ganze Sätze oder eine Schleife im Schnürsenkel viel Mühe bereiten.

Zu Lasten geht dies dann bei allen Händlern, die eine direkten Draht zu Ihrem Kundenservice bieten und daher eine Telefonnummer nicht nur im Impressum, sondern auch im Angebot angegeben haben. Waren Kunden es bisher gewohnt, einen guten Verkäufer direkt erreichen zu können ohne dessen Kontaktdaten suchen zu müssen wie der Osterhase die Hühner, ist dieses Versteckspiel nunmehr gewollt und man zwingt die Händler Ihre Templates zu überarbeiten und jeglichen Kontakt mit den Kunden auf ein Minimum zu reduzieren.

Einerseits ist es zu begrüßen, dass eBay verucht den noch vorhandenen Rest des Geschäfts nun noch auszulöffeln wie einen leeren Yoghurtbecher, allerdings wäre eine Masterplan gegen den Mitgliederschwund und die zurückgehenden Umsätze der Verkäufer sicherlich weitaus sinnvoller.

Das zurückfahren des Marketing hat dazu geführt, dass inzwischen beinahe jede Google-Suchanfrage zu einem Produkt auf Amazon verlinkt, statt auf ebay-Listings. Käufer, bei denen auf Seite 3 der Google-Suche das Darknet beginnt, werden also gar nicht erst auf die Idee gebracht, das Produkt bei eBay zu kaufen. Und so lässt man nach und nach die Käufer ziehen, während man die Händler willkürlich sanktioniert und somit nicht nur dem Sonnen-Untergang entgegensegelt.